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Die Naturfotografie ist eine schöne Art die Natur zu erleben, zu spüren, zu verstehen und festzuhalten.

Durch Geschick, Geduld, Naturkenntnisse und nicht zuletzt Hightech-Fotoausrüstung, sind Einblicke möglich, die sonst verborgen bleiben.

Mit NaFo.ch stehen Ihnen diese Einblicke offen.

Sa

01

Aug

2015

Yukon Wild

Im vergangenen Jahr, verbrachte ich 2 abenteuerliche Wochen mit meinem Bruder Dominik und seinen Söhnen, Michael und Gabriel in der Wildnis des Yukons.

Sa

22

Nov

2014

Die Bergstelze

Die Bergstelze (Gebirgsstelze) ist ein heimischer Singvogel. Wie für die meisten Stelzen üblich, ist sie auf Gewässer angewiesen, in ihrem Fall auf schnell fliessende Bäche. Als Bachfischer hat man gute Chancen sie anzutreffen, sei dies nun am Alpenrhein oder irgendwo hoch oben an einem kleinen Bergbach. Doch wie erkennt man eine Bergstelze? Ein gutes Unterscheidungsmerkmal zu den meisten anderen Vögeln am Gewässer ist der Flug. Die Bergstelze schlägt beim Flug nicht gleichmässig mit den Flügeln, sondern legt nach ein paar kräftigen, schnellen Schlägen eine kurze Pause ein. Das hat einen deutlichen, wellenförmigen Flug zur Folge. Als Gegenbeispiel unterbricht die Wasseramsel – welche auch sehr oft an Gewässern anzutreffen ist - ihr Flügelschlag nicht. Eine gerade Flugbahn ist die Folge, ähnlich wie bei einem Flugzeug bei dem die Antriebskraft ebenso permanent vorhanden ist. Das Erkennen dieser typischen wellenförmigen Flugbahn reicht aber noch nicht aus um einen Vogel als Bergstelze zu entlarven. Die Chance, dass es sich um die häufiger vorkommende Bachstelze handelt ist anhand dieses einen Indizes grösser. Deutlich ist der Unterschied in den Gefiederfarben zu finden. Während das Gefieder der Bachstelze durchwegs in schlichten Grautönen gehalten ist, ist bei der Bergstelze die Unterseite auffällig gelb. Profis unter den Vogelkennern können die beiden Arten auch anhand der geringfügig andersklingenden Stimmen unterscheiden. Setzt aber voraus, dass diese nicht durch den rauschenden Bach übertönt wird. Dies ist im Übrigen auch gleich eine Theorie dafür, weshalb die Stelzen beinahe ständig mit ihrem langen Schwanz wippen. So lässt es sich einfacher über tosende Bäche hinweg mit Artgenossen kommunizieren. Es gibt aber auch noch haufenweise weitere Theorien. Von „Schwanzwippen als Alarmsignal für Artgenossen“, „Schwanzwippen als sexuelles Signal“ bis zu „Schwanzwippen als Signal der Ungeniessbarkeit“ ist alles in ornithologischer Literatur oder Studien zu finden. Auch ein „Schwanzwippen um Beute aufzustöbern“ wird erwähnt. Wie der Titel dieser Theorie schon hinweist, besagt sie, dass Insekten – die Hauptnahrungsquelle der Bergstelzen – durch das Wippen aufgescheucht werden und so erst erkannt und gejagt werden können. Dass die Bergstelze nicht nur Insekten, oder wie auf der Homepage der Vogelwarte beschrieben, Spinnen frisst, konnte ich vor kurzem beobachten. Wie so oft, sass ich in meinem Tarnzelt an einer vogelreichen Stelle, in diesem Fall an einem klaren, kleinen Bach und wartete auf ein geeignetes Motiv. Dieses Vorgehen ist oft die einzige Möglichkeit um Vögel genug gross abzulichten und Verhaltensweisen festzuhalten, die der Vogel nur zeigt, wenn er sich ungestört fühlt. Das bewahrheitete sich auch anfangs dieses Jahres mit der Bergszelze. Für sie typisch, lief sie am Ufer entlang und schnappte hie und da nach Insekten. Desto mehr sich die Stelze meinem Tarnzelt näherte, desto häufiger erklang das Aufnahmegeräusch meiner Kamera. Einige male flog die Stelze etwas vom Ufer weg und tauchte leicht mit dem Kopf ins Wasser. Ich vermutete, dass sie auf dem Wasser schwimmende Insekten jagt, die sie im Flug von der Oberfläche schnappt. Als ich aber die geschossenen Bilder auf dem Kameradisplay genauer betrachtete, sah ich, dass der vermeintlich reine Insekten und Spinnenfresser gar keiner ist. Im Maul des Vogels zappelte ein kleiner Fisch. Dass dies nicht eine seltene Nahrung für diesen Vogel ist zeigten weitere Bilder. Es war zu erkennen, dass die Stelze gleich wie andere fischfressende Vögel den Fisch geschickt am Schwanz packt und ihn auf einen Stein schlug um ihn ruhig zu stellen. Danach wurde der Fisch so im Schnabel gedreht, dass der Fischkopf in Richtung Hals zeigte. So können Fische besser geschluckt werden, insbesondere wenn sie grössere Schuppen haben, als beispielsweise unsere heimischen Bachforellen. Noch einige Fische mussten ihr Leben lassen, bevor der Vogel bachabwärts verschwand. Nun könnte man als Fischer natürlich jammern über einen weiteren Vogel der Fische fängt. Ich denke man sollte es aber aus einer anderen Sicht betrachten. Die Bergstelze ist sehr wählerisch mit ihrem Lebensraum. Entdeckt man sie an einem Bach, ist das ein Beweis dafür, dass dieses Gewässer intakt und sauber ist und viele Kleinlebewesen und Fische beherbergt.  Neben der Schönheit dieses Vogels ist dies also ein weiterer Grund sich über die Anwesenheit dieser Tierart zu freuen.

Di

12

Aug

2014

Der weisse Jäger

Im Sommer 2012 begegnete ich zum ersten Mal dem "weissen Jäger".

Wie so oft lief ich mit Fernglas um den Hals und geschultertem Stativ mit aufgesetzter Kamera durch ein vogelreiches Gebiet. In diesem Fall war es ein weitläufiges, landwirtschaftlich genutztes Feld mit vereinzelten Stauden, Sträuchern und Bäumen. Hier habe ich schon oft Braun- Schwarz- oder Rotkehlchen, Milane, Turmfalken, Hohltauben und viele andere Vögel beobachten und fotografieren können. Sogar ein Bartgeier soll hier schon gesichtet worden sein, obwohl ich mich auf nur 600 m ü. M. befinde. Mir bleibt besonders ein Schwarzkehlchen in guter Erinnerung, welches nur ein paar Meter vor mir nach Insekten jagte und immer wieder auf einem Schilfhalm vor perfektem Hintergrund landete. Solche Erlebnisse sind es, die mich immer wieder an einen Ort ziehen. An diesem Tag viel mir schon von weitem ein weisser Fleck, zuoberst auf einem Hartriegel-Strauch auf. Ich vermutete, dass es sich um ein Stück Papier oder anderen Abfall handeln könnte, schliesslich gibt es wenig Vögel die rein weisses Gefieder aufweisen. Trotzdem packte mich die Neugierde und der anschliessende Blick durch das Fernglas zeigte, dass es sich wirklich um einen Vogel den „Nördlichen Raubwürger“ handelte. Der Raubwürger, der bis 1986 in der Schweiz noch gebrütet hat und weit verbreitet war, ist mittlerweile nur noch ein seltener Gast. Im Kanton Graubünden beschränken sich die gemeldeten Beobachtungen auf das Rheintal bis nach Reichenau und auf das Oberengadin. Gemäss der Vogelwarte fehlen ihm heute „grossflächige, zusammenhängende und extensiv genutzte Wiesenflächen mit Hecken Feldgehölze und Einzelbäumen“. Da in weiten Teilen Europas ein Rückgang dieses Lebensraums festzustellen ist, ist die Zukunft des Vogels ungewiss. In dem Moment als ich durch das Fernglas den Vogel entdeckte, wusste ich noch nicht, wie schlecht es um den Raubwürger steht, ich freute mich aber bestimmt nicht weniger, diese Art hier zu beobachten. Das erste Mal drückte ich den Auslöser bei einer Distanz von ca. 30m. Danach näherte ich mich langsam bis auf ca. 8m. Das ist bei einem Raubvogel, der auf einer Sitzwarte nach Beute Ausschau hält sonst nie möglich. Ob dies daran liegt, dass dieser Vogel aus einer Gegend stammt, die wenig von Menschen besiedelt ist, oder ob er einfach generell wenig Scheu vor Menschen zeigt, konnte ich nicht abschliessend klären. Nach etwa 5min Fotoshooting wurde es dem fast amselgrossen Vogel dann doch zu bunt und er flog ca. 50 Meter weiter auf eine andere Warte. Von solch einem erhöhten Standpunkt hält der Vogel typischerweise Ausschau auf grosse Insekten, Wühlmäuse oder Kleinvögel. Erspäht er eine Beute, gleitet er nach steilem Sinkflug knapp über dem Boden und versucht die Beute zu überraschen und mittels kräftigen Schnabelhieben oder gezieltem Nackenbiss zu töten. Wie für einen Vogel der Familie Würger üblich, wird die Nahrung oft nicht gleich verspeisst, sondern auf einer Dorne aufgespiesst oder zwischen einer Astgabel eingeklemmt. Das ist in Graubünden insbesondere von der verwandten Art, dem Neuntöter zu beobachten, der regelmässig bei uns brütet. Tatsächlich flog der beobachtete Vogel nun über die Wiese und schnappte sich eine Maus. Nur ein paar Meter neben mir flog er ins Sicht schützende Geäst. Nur mit Mühe konnte ich erkennen, dass die Beute ausnahmsweise gleich verspeisst wird. Noch eine ganze Weile, konnte ich den Vogel an diesem Morgen beobachten und nach rund 300 geschossenen Aufnahmen machte ich mich auf den Heimweg um die Bilder auszuwerten. Live den Vogel zu beobachten ist meiner Meinung nach faszinierender als die Bilder anzuschauen. Da ich heute den Vogel aber Formatfüllend ablichten konnte, werden durch die hochauflösenden und gestochen scharfen Bilder kleinste Details im Gefieder sichtbar und das ist ein Teil der für mich die Naturfotografie so spannend macht. Bewegungen, Augenblicke oder Details so festzuhalten, wie sie von blossem Auge nicht wahrgenommen werden können. 

 

 

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